Wohin führt der kriegerische Welt-Terror?

Sondersendung vom 14.09.2001

 

Wohin führt der kriegerische Welt-Terror?

 

 

Christian:
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, DAS WORT – die Kosmische Welle - begrüßt Sie zu einer Gesprächsrunde über das aktuelle Thema: „Wohin führt der kriegerische Welt-Terror?“
Im Studio darf ich herzlich begrüßen: Gabriele, Gert und Dieter; mein Name ist Christian.


Liebe Freunde! Die Welt steht unter dem Schock des größten Terroranschlags der Geschichte. Politiker, Journalisten und einfache Bürger erleben ein Wechselbad von Trauer, Wut und Hoffnungslosigkeit. Gebete werden gesprochen; Kerzen werden angezündet. Auch der amerikanische Präsident hat gebetet, bevor er einen Vergeltungsschlag gegen die Terroristen angekündigt hat, die am 11. September dieses Jahres die Gebäude in New York und Washington in Schutt und Asche verwandelten. Und ein amerikanischer Senator hat den mutmaßlichen Feinden Amerikas zugerufen: „Gott sei euch gnädig, wir sind es nicht!“ Man kann davon ausgehen, dass auch dieser Politiker an einem der vielen Gottesdienste teilgenommen hat, die gegenwärtig allerorten stattfinden. Glauben wir zwischen Beten und Bombardieren den Frieden finden zu können? Vielleicht müssen wir demnächst erneut Kerzen aufstellen, wenn wir die Folgen des Vergeltungsschlags besichtigen. Oder halten wir es dann nicht mehr für so nötig wie jetzt? Wie sind wir in diese Situation geraten? Was sind die Wurzeln des Übels, mit dem wir jetzt konfrontiert sind? –
All dies sind Fragen, mit denen wir uns in dieser Gesprächsrunde beschäftigen wollen.

Gert:
Wenn man die Medien der letzten Tage verfolgt, dann sind sie nach dem ersten Schock über das Ausmaß der Schäden und über die Zahl der Opfer mehr oder weniger erfüllt von der Frage: Wie schlägt man zurück? Es erscheint völlig normal, dass auf einen hasserfüllten Angriff ein ebensolcher Gegenschlag erfolgen muss, egal, ob man dies als Bestrafung, als Vergeltung oder als Selbstverteidigung bezeichnet.
Wir Urchristen haben aber gelernt, zunächst mal nach der Ursache, nach der Wurzel dessen zu fragen, was geschehen ist. Es ist für einen Urchristen eigentlich überraschend, dass die naheliegende Reaktion auf etwas Böses nicht die Frage ist: Wie konnte es soweit kommen? Denn die Lehre des Jesus, des Christus, spricht nicht von Vergeltung, von Selbstverteidigung oder Zurückschlagen. Warum ist es offenbar in der sogenannten christlichen Welt im westlichen Abendland völlig normal, dass man nach Vergeltung und Zurückschlagen ruft?

Christian:
Vielleicht sollten wir den Theologen, der sich hier am Tisch befindet, nämlich Dieter, zu dieser Frage näher befragen: Wie kam es dazu, dass unter der Meinungsführerschaft der Kirchen im sogenannten christlichen Abendland sich eine solche Mentalität entwickelte, wie sie von Gert eben geschildert wurde?

Dieter:
Wenn die Kirchen nach dem Neuen Testament gegangen wären und nach Jesus von Nazareth, dann hätte sich so etwas nicht entwickeln können. Wenn ich ein Beispiel mal herausgreife, was im Lukasevangelium berichtet ist, da gab es auch einen Anschlag gegen einige Menschen, und die Bevölkerung, der war klar, da liegt was zugrunde. Sie haben gefragt: Warum ist es denen so geschehen? Und Jesus hat sinngemäß gesagt: Wenn ihr nicht umkehrt, dann wird es euch genauso ergehen, das heißt, dass es einen Zusammenhang gibt, dass es Ursachen gibt für Anschläge, das war den Menschen der Bibel, den Zeitgenossen von Jesus von Nazareth, bekannt. Aber es wird heute in den Kirchen ausgeblendet. Es wird immer von geheimnisvollen Schicksalsschlägen gesprochen, von einem geheimnisvollen Gott, sodass man überhaupt nicht ernsthaft fragt nach den Wurzeln.
Und wenn man nach Jesus von Nazareth geht, dann dürfte auch keine Vergeltung sein, denn Jesus hat gesagt: »Wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen.« Das war eine ganz klare Warnung. Er hat gesagt: »Liebe deine Feinde. Segne, die euch fluchen. Tut wohl denen, die euch hassen«, das heißt: Er hat gelehrt, das Böse mit dem Guten zu überwinden, und das wird ja nicht mal ernsthaft erwogen. Die Menschen, die jetzt beten, die nennen sich zwar Gläubige, aber wenn sie wirklich Gläubige wären, wenn sie wirklich an Christus glauben würden, dann würde das doch bedeuten: Ich glaube an Jesus, ich glaube an Christus, also tue ich, was Er sagt. Aber genau das macht man nicht. Man hat nur Angst, und versucht, sich einen Schutz zu verschaffen, auch wenn man ganz anders handelt, als der Mann aus Nazareth vorlebte.

Gabriele:
Du sprichst von dem „Mann aus Nazareth“, von Jesus, dem Christus. Die zentrale Lehre des Jesus, des Christus, war und ist doch die Bergpredigt. Aber die sogenannten institutionellen Christen haben die Bergpredigt, die zentrale Lehre des Jesus, des Christus, als Utopie abgetan, als nicht lebbar oder eine Lehre für eine andere, für eine bessere Welt.
Die Institutionen Kirche, die sich ja auch christlich nennen, predigten und predigen doch das Gleiche. „Die zentrale Lehre Jesu, die Bergpredigt, ist Utopie, kann nicht gelebt werden, gehört in eine andere Welt.“
Solange die Institutionen Kirche sagen, diese zentrale Lehre ist nicht lebbar, dürften sie sich auch nicht christlich nennen. Wer sich also institutionell christlich nennt, der ist letztlich ein Ungläubiger.
Und wenn wir jetzt schon beim Ungläubigen sind, so stell’ ich mir selbst immer wieder die Frage: Was heißt denn eigentlich: „Der Glaube allein genügt“? - Der Glaube allein genügt - geht doch auch den Weg zur Ungläubigkeit. Denn wenn der Glaube allein genügen würde, dann gäbe es doch schon eine bessere Welt, dann könnte doch schon die Lehre des Jesus, des Christus, die zentrale Lehre, die Bergpredigt, angewendet werden. Denn wer an Gott glaubt, der tut doch dann automatisch, was Gott will.
Vielleicht ein kleines Beispiel:
Wenn ich in einen Menschen verliebt bin, wenn ich den Menschen liebe, dann handle ich doch nicht gegen ihn, sondern ich fühle in meinem Herzen, was er denkt, was er will, was er tut, und Gleiches und Ähnliches tue ich dann auch oder denke ich auch - weil ich ihn liebe. Wenn wir nun sagen: „Der Glaube an Gott allein genügt“ – prima, nur: Gott ist Liebe, Gott ist Sanftmut, Gott ist Güte, Gott ist Gerechtigkeit, Gott ist Barmherzigkeit, Gott ist immer gegenwärtige Hilfe, gegenwärtiges Dasein. Also: Wenn der Glaube an Gott allein genügt, dann müsste ich das tun, was Gott will! Wenn ich es nicht tue, dann darf ich mich nicht als Christ bezeichnen, dann bin ich entweder andersgläubig oder ungläubig.


Gert:
Eigentlich ist diese Konsequenz von den Kirchen auch offen zugegeben, denn sie sagen ja, die Lehre, die in die Gesetzmäßigkeiten Gottes führt, die Bergpredigt, ist Utopie. Damit sagen sie mit anderen Worten auch, das Reich des Friedens, was Christus auf diese Erde bringen wollte, ist Utopie. Sie bekennen sich also offen zu dem Gegenteil, zu dem Reich des Krieges, zu dem Reich der Gewalt und dem Reich des Hasses. Und jetzt kommen wir der Frage schon näher: Der Hass und der Ausbruch der Gewalt, den wir jetzt erleben, steht also völlig im Einklang mit der geltenden Lehre der Machtgefüge der Institutionen, die sich christlich nennen.

Gabriele:
Jetzt habe ich mal eine Frage: Haben die sogenannten christlichen Kirchen das nicht vorgelebt, was heute passiert?


Christian:
Im Grunde genommen haben sie es mindestens fünfzehnhundert Jahre lang vorgelebt, zum Beispiel durch den Terror der Kreuzzüge, nicht zuletzt gegen die islamische Welt, durch die bereits wenige Jahrhunderte nach Jesus von Nazareth aufkeimende Judenverfolgung, von der das ganze Mittelalter geprägt war und die schließlich zum Holocaust Hitlers geführt hat. Die Kirchen haben eine Herrschaft der Intoleranz im sogenannten christlichen Abendland errichtet. Und diese Intoleranz hat so viele Aggressionen freigesetzt, die nunmehr als negative Energie diesen Erdball erfüllen und ein fruchtbarer Boden sind für neue Aggressionen, die sich heute mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts in diesem gefährlichen Terror auswirken.
Hätten die Christen das getan, was Jesus von Nazareth gelehrt hat, dann wäre die Welt nicht in dieser grauenhaften Sackgasse des Terrors und des Krieges. Die Christen haben es nicht getan, weil die Kirchen die Lehre des Nazareners relativiert haben. Sie haben ausdrücklich erklärt, dass man sie nicht wörtlich nehmen dürfe. Obwohl Jesus von Nazareth gesagt hat, »Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, ihr müsst euch für oder gegen Mich entscheiden«, haben die Kirchen das Gegenteil gelehrt. Insofern kommt man – wenn man genau hinschaut - zu dem Ergebnis bei der Frage: „Wer hat die jetzige Situation zu verantworten?“, dass es die Meinungsführer sind, die die Christen von Jesus von Nazareth weggeführt haben, nämlich die Kirchen.
Sie sollten sich allerdings nicht christlich nennen, sondern vielleicht nur katholisch oder lutherisch, denn mit Christus hat das, was die Kirchen die Menschen gelehrt haben und was sie selbst praktiziert haben, nichts zu tun.

Gabriele:
Ich könnte mir vorstellen, dass das jeder Wissenschaftler beweisen kann, denn die Wissenschaftler lehren uns, dass keine Energie verloren geht. Also ging die Brutalität der kirchlichen Institutionen nicht verloren. Es war ja brutale gegensätzliche, also negative Energie gegen Andersgläubige, gegen Andersdenkende. Diese Energie – so, wie die Wissenschaft sagt – die nicht verloren geht, sammelt sich in der Atmosphäre und kommt irgendwann wieder zum Tragen. Eventuell kommt sie gerade jetzt in unserer Zeit zum Tragen.
Ursachen sind gesetzt, negative Energie, ausgehend von den Kirchen, die die Lehre Jesu verkörpern sollten, die sie aber nicht verkörpert haben, sondern gerade das Gegenteil, das kommt wieder zurück auf Menschen, die die Nachfolger der Kirche sind, aber nicht die Nachfolger des Jesus, des Christus, so wie Er es uns gelehrt hat. Das bedeutet also, dass die Wurzeln dieses grauenvollen Übels, das wir jetzt erleben, doch in den Institutionen Kirche liegen. Denn die Kirchen hätten uns doch diese Frohbotschaft, die Friedensbotschaft des Jesus, des Christus, vermitteln sollen. Sie hätten uns doch lehren sollen, was Jesus in der Bergpredigt lehrte, dass sie diese Seine Lehre hätten verkörpern sollen in Wort und Tat. Weil das nicht geschah, haben wir unter Umständen dieses Szenario.


Gert:
Die Kirchen haben ja bis in die jüngste Vergangenheit ihre unchristliche Lehre in die Tat umgesetzt. Christian hat schon gesprochen von den frühen Zeiten des ersten Jahrtausends und vom Mittelalter. Aber diese Ausschüttung von Hass und diese Lehre der Gewalt gegenüber Andersdenkenden hat sich ja bis in die letzten Jahre des vergangenen Jahrhunderts fortgesetzt. Wenn man einmal daran denkt, die Inquisition hat alle Menschen, die nicht den Glauben der Kirchen hatten, umgebracht. Oder wie sieht es aus mit dem Kolonialismus bis in das vergangene Jahrhundert, wo Menschen auf anderen Erdteilen von abendländischen Menschen im Namen des Christentums und im Geleitzug von Pfarrern und Bischöfen brutal unterdrückt und bekehrt wurden? Diese Gewalt und dieser Hass gegen diese Menschen in der – wie wir heute sagen – Dritten Welt, auch im Nahen und Mittleren Osten, die ist ja eine der Energien, die nicht spurlos verpuffen. Und diese Gewalt, die man Andersgläubigen gegenüber im Namen des Christentums, im Namen der Kirche, ausgeübt hat, ist ein Konfliktpotential, das in diesen Gegenden immer noch vorhanden ist, das heißt: Jede Gewalttätigkeit wird durch eine Gewalttätigkeit vergolten.

Christian:
Die Verblendung ist inzwischen so groß, dass bei diesen Gottesdiensten, die jetzt allerorten stattfinden, trotz dieser apokalyptischen Situation, die wichtige Lehre des Jesus von Nazareth immer noch ausgeblendet wird. Obwohl in der Bibel vom Gesetz von Ursache und Wirkung die Rede ist, gibt es Pfarrer, die Gott anklagen, dass Er uns verlassen hat; gibt es Christen mit dem Aufschrei „Gott, warum hast du uns verlassen?“ Nicht Gott hat uns verlassen, und nicht Gott ist anzuklagen. Was sich hier abspielt, haben wir uns selbst zuzuschreiben nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Das, was wir an negativer Gefühls- und Gedankenenergie produziert haben im Laufe von 2000 Jahren – einzelne Menschen, Gruppen von Völkern, ganze Religionen – dieses Aggressionspotential kommt erneut auf uns zu. Und dagegen kann man nicht mit diplomatischen oder gar militärischen Mitteln angehen, Gewalt schafft nur wieder neue Gegengewalt, sondern den Frieden könnte man nur gewinnen, wenn man nicht nur betet, sondern auch selbst friedfertig wird. Dazu könnte jeder etwas beitragen in seinem kleinen Bereich, aber natürlich auch die Völker und die Politiker in ihrer großen Verantwortung. Davon ist selbst in dieser Stunde des Schocks keine Rede.

Gabriele:
Und wenn wir immer wieder sagen: Gott hat uns verlassen, das stimmt nicht. Wir Menschen haben Gott verlassen, denn Jesus sagte doch: »Folget Mir nach« und es steht doch auch geschrieben: »Ihr seid der Tempel Gottes«. Gott wohnt nicht in Steinhäusern. Warum gehen wir in Häuser aus Stein, die sich Gebetshäuser nennen, um dort Gott anzubeten? Das ist doch die Nachfolge der Institutionen Kirche und nicht die Nachfolge des Jesus, des Christus! Also warum gehen Andersgläubige oder Ungläubige in die Institutionen Kirche, in die Steinhäuser, um zu beten, wenn doch geschrieben steht, dass wir, jeder Einzelne, der Tempel Gottes ist?
Wenn uns das bewusst wird, dann müssten wir eigentlich zuerst einmal an unsere Brust klopfen und sagen: „Meine Schuld, meine übergroße Schuld“. Aber Jesus, der Christus, unser Erlöser, hilft uns heraus aus unserer Schuld, aus unserer Verzweiflung, aus unserer Not, wenn wir zu Ihm kommen und Ihn um Hilfe und Beistand bitten. Denn es heißt ja auch: »Bittet, und es wird euch gegeben«. Doch es nützt überhaupt nichts, wenn wir Kerzen anzünden für die Hingeschiedenen, wenn wir bleiben, wer wir sind. Es nützt gar nichts, wenn wir in Kirchen aus Stein laufen und viele Gebete sprechen und so bleiben, wie wir sind. Wir müssen uns ans Herz klopfen, jeder Einzelne, und sagen: „In welchen Punkten, in welcher Situation, mit welchen Gedanken und Gefühlen habe ich mich von Gott abgewendet?“ Und wenn wir nicht wissen, wie wir beginnen sollen – bei uns selbst letztlich – wo unsere Fehler liegen, wo unser Sündhaftes liegt, mit dem wir uns von Gott abgewendet haben, dann helfen uns zur Erkenntnis die Gebote Gottes, die Er durch Mose gab, und die Bergpredigt Jesu.
Erst dann, wenn wir unsere Sünden, unsere Fehlhaltungen, unsere Abkehr von Gott erkennen, bereuen und mit der Hilfe des großen Geistes, Der in uns ist, bereinigen, gleiche Gedanken, gleiche Werke - das Böse also – nicht mehr tun, dann fühlen wir, dass wir selbst der Tempel Gottes sind. Dann werden wir auch Einkehr in uns selbst halten, in den Seelengrund unseres wahren Wesens, und nach Innen beten, denn Gott wohnt in jedem von uns.

Solange wir glauben, dass Gott in Steinhäusern wohnt, die kirchliche Institutionen errichtet haben, beten wir zu den kirchlichen Institutionen und geben ihnen Kraft.
Wenn wir nach Innen beten, beten wir zu Gott! Und wenn wir unsere Gebete analysieren und erkennen, was wir zu bereinigen haben, was zwischen unserem Tun und unseren Gebeten nicht stimmt, und mit der Hilfe unseres Erlösers das beheben und nicht mehr tun, sind unsere Gebete fruchtbar.
Ich brauche also keine Kirche aus Stein. Ich bin der Tempel Gottes, und wenn ich ihn mit der Hilfe meines Erlösers, unseres Erlösers, täglich reinige, bete ich nach Innen, und meine Gebete wären dann fruchtbringend. Dann fühlen wir, dass uns Gott nicht verlassen hat, weil Gott Hilfe, Güte, Barmherzigkeit und Liebe ist.

Und wenn wir uns jetzt fragen: Ja, was will uns denn auch heute Jesus sagen, um wirklich christlich zu werden? Dann fragen wir mal den Theologen, was Jesus in der Bergpredigt gesagt hat.

Dieter:
»Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn.’ Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.«
Das sind Worte, die sind wirklich eine Herausforderung, aber jeder, der sieht, wie dieser Kreislauf der Gewalt in der Welt immer wieder zunimmt, der wird einsehen, dass es einen Ausstieg braucht aus diesem Kreislauf der Gewalt, ansonsten tritt das ein, was ich jetzt im Fernsehen zum Beispiel gesehen hab’, dass eine Frau gesagt hat: Sie war bislang immer recht friedfertig gewesen, aber das kann sie jetzt immer weniger, und das hat Jesus zum Beispiel auch vorhergesagt. Er hat gesagt: »Kriege und Kriegsgeschrei nehmen zu, und aufgrund der vielen Ungerechtigkeiten wird die Liebe in vielen erkalten«. Der Ausweg wäre, wie ihn Jesus geschildert hat, wie ihn immer wieder die Propheten auch schon in früheren Epochen dargelegt haben. Es erinnert mich auch an die Worte von Jesus, Der zur damaligen Bevölkerung sagte: Immer wieder wurdet ihr ermahnt von Propheten, aber ihr habt nicht gewollt. Ihr habt immer wieder gehört, und ihr seid dann doch wieder den Priestern nachgelaufen - oder heute den Institutionen Kirche. Und ich kann vielleicht aus eigener Erfahrung sagen, ich war ja evangelischer Pfarrer. Ich habe vor zehn Jahren, als der Golfkrieg ausbrach, solche Gottesdienste selber organisiert; und es ist die Irreführung. Man lässt die Glocken läuten, man schafft sich dadurch ein gutes Gewissen, dass Gott wohl auch die Vergeltungsschläge der Politiker auf die Weise noch unterstützen mag, dass wir dafür beten. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was Jesus von Nazareth gesagt hat: Stopp, aus dem Kreislauf der Gewalt heraus – und ich muss bei mir beginnen.

Gabriele:
Dann ist aber die Aussage „Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn, Leben um Leben“ widerlegt, und widerlegt von Jesus, dem Christus. Warum? Weil wir Menschen uns nicht auf ein friedfertiges Leben eingestimmt haben, so wie Jesus es wollte. Er sagt ja in der Bergpredigt: »Liebt eure Feinde, und bittet für die, die euch verfolgen«, oder Er sagte: »Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.« Hier spricht Er doch genau den Sinn – ich betone bewusst, den Sinn – der Aussage „Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn“ an. Das heißt also, dass wir, wir, die ja alle Sünder sind und gegen die Gebote Gottes und Bergpredigt handeln, uns nicht anmaßen dürfen, Aug’ um Aug, Zahn um Zahn zu richten, das auszuführen. „Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn“ heißt - nach meiner Anschauung – „was ich säe, das werde ich ernten“.

Wie können wir sagen: „Wir zahlen es dem anderen zurück“? Wir wissen ja gar nicht, was er gesät hat. Warum er zum Beispiel Terror sät. Warum er Unfrieden sät. Warum er solches tut. Was liegt denn dem zugrunde? Und wenn wir über die Jahrhunderte zurückgehen, was liegt denn in der Wiederverkörperung der Seele? Das ist ja auch noch ein Thema, das die Kirche ausklammert. Wenn wir nämlich die Reinkarnation näher beleuchten und daran glauben, dann wird das Ganze logisch, was unter Umständen gesät wurde und jetzt – in der dritten, vierten, fünften Inkarnation – geerntet wird.

Christian:
Solange die Millionen von Gefolterten und Ermordeten - die Opfer der Grausamkeiten der letzten zweitausend Jahre - ihren Mördern nicht verzeihen, sondern als Seelen immer wieder den Weg in die Einverleibung auf dieser Erde suchen, um sich zu rächen oder ihre Gewaltprogramme fortzusetzen, Gewalt gegen ihre Mitmenschen, die ihnen vielleicht früher selbst Gewalt angetan haben; Gewalt gegen die Naturreiche, Vandalismus gegen die Tiere; solange dies nicht aufhört, so kann man wohl sagen, wird diese Welt in immer neue Natur- und Kriegskatastrophen taumeln.
Es geht also um die innere Umkehr, um die Bereinigung der Konflikte im Kleinen wie im Großen, und auch über den Bogen von vielen Inkarnationen hinweg. Denn du hast vorhin ja davon gesprochen, dass wir die Möglichkeit und die Folgen der Wiedereinverleibung mit berücksichtigen müssen in dieser Situation.

Man kann also sagen, dass der Versuch, gerecht zu sein, zu kurz greift, weil wir immer nur in einem Lebensabschnitt von 50, 70 oder 80 Jahren denken und nicht über viele Inkarnationen hinweg. Die Gerechtigkeit Gottes beurteilen wir nach unserem Leben, das wir gegenwärtig vor Augen haben, obwohl sie in Wirklichkeit viel umfassender ist.


Gert:
So mancher wird heute vielleicht sagen: Ja, was kann man denn tun gegen Fanatiker, denen ihr eigenes Leben nichts wert ist, die bereit sind, viele andere Menschen umzubringen und glauben, dadurch sich das Himmelreich gewinnen zu können? Ich glaube, auch das hat Jesus von Nazareth schon vorausgesehen, denn Er hat doch den Christen aufgetragen: »Gehet hinaus, und lehret alle Völker«. Klärt sie auf über den Irrtum, dass man durch Hass und Mord das Himmelreich gewinnen kann. Und was haben die Christen getan? Sie hätten durch das gute Beispiel vorangehen sollen. Und was hat die Institution Kirche gemacht? Sie ist hinausgegangen, sie hat nicht gelehrt, sondern sie hat die Völker umgebracht, also muss doch jeder Angehörige einer anderen Religion sagen: Ich tue mit meiner hasserfüllten Tat genau das, was auch die Institutionen im Namen des Christus getan haben, ich liege also richtig.

Gabriele:
Und wenn keine Energie verloren geht, dann kommt mein Hass auf mich zurück.

Dieter:
Deshalb hat ja Jesus von Nazareth auch gesagt: »Tut wohl denen, die euch hassen«! Hätten wir das einmal nur ansatzweise versucht, jemandem, der einem mit Hass entgegenkommt, was Gutes zu tun, man hätte ihm auch unter Umständen helfen können, das, was seinem Hass zugrunde liegt, zu erkennen. Dass sich auch bei dem, der hasst, was bewegt. Wenn man damit nur mal ansatzweise begonnen hätte, sich mal überlegt hätte, wie kann man das umsetzen? Es hätte soviel anders laufen können in den vergangenen 2000 Jahren, und sicher auch heute.

Christian:
Du hast Jesus von Nazareth zitiert, Der uns dazu auffordert, beide Wangen hinzuhalten. Ja, soll das heißen, dass wir jetzt gewissermaßen auf den nächsten Terroranschlag warten müssen? Oder gibt es eine Möglichkeit, ohne Vergeltung und ohne Gegenschlag etwas zu tun, was uns aus dieser apokalyptischen Terrorsituation herausführt?
Im Grunde genommen müssten alle Christen auf der Ebene der Regierungen, auf der Ebene der Völker und der einfachen Bürger sich zusammentun und all die Menschen und Seelen um Vergebung bitten, die in den letzten 2000 Jahren unter der Herrschaft des sogenannten „Christentums“ gelitten haben, um Vergebung bitten für die Qualen der Kreuzzüge, um Vergebung bitten für die Unterjochung und Ermordung der Indianer, um Vergebung bitten für die Sklaverei, um Vergebung bitten für diese ganze Aggression, die die sogenannten Christen in die Welt gebracht haben. Und diese Bitte um Vergebung – wenn sie wirklich aus dem Herzen kommt – könnte diese Wolken von negativen Gefühlen und Gedanken und Aggressionen, die diese Erde vernebeln, auflösen. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Saat der Gewalt, die jetzt so apokalyptisch aufzugehen droht, keinen fruchtbaren Boden mehr finden würde, auf dem das möglich wird, was jetzt möglich geworden ist.

Gabriele:
Und die Waffen, die die Christen geschmiedet haben, müssten letztlich zu Pflugscharen werden, so, wie es Jesaja gesagt hat.
Tja, und jetzt sind seit Jesus und Seiner zentralen Lehre zweitausend Jahre vergangen! Kann sein, dass das ganze Übel, das wir letztlich dem Jesus, dem Christus, angetan haben, indem wir Ihn 2000 Jahre immer wieder ans Kreuz schlagen, weil wir das, was Er uns lehrte, nicht erfüllt haben, auf uns alle, auf alle Christen, zurückkommt?


Christian:
Wenn das Gesetz von Ursache und Wirkung gilt – und es handelt sich um ein kosmisches Gesetz – dann kommen wir zu dem Ergebnis, dass es leider so sein wird.

Gert:
Wenn die Christen das getan hätten, was die Bergpredigt beinhaltet, hätten wir heute eine völlig andere Welt.
Da so viele Menschen denen nachlaufen, die dem unchristlichen Machtgefüge vorstehen, da so viele Menschen den Politikern nachlaufen, die ebenfalls unchristliche Prinzipien verfolgen, muss man eigentlich sagen: Das Apokalyptische, was sich heute abzeichnet, wäre nur dann aufzuhalten, wenn alle die, die seither den Rattenfängern nachgelaufen sind, ihnen den Rücken kehren würden und ihnen dadurch die Macht entziehen.

Eines steht jedenfalls fest: Alle Weltkriege, alle großen Katastrophen der vergangenen Jahrhunderte, all dies ist vom sogenannten christlichen Abendland ausgegangen und von denen, die den Namen des Jesus, des Christus, verraten und missbraucht haben und unter Seinem Deckmantel die Lehre des Hasses und der Vergeltung gepredigt haben.

Gabriele:
Und wer sich heute fragt, wo Gott ist, der sollte die Worte des Jesus, des Christus, in Seiner Bergpredigt näher betrachten und sich fragen, ob er erfüllt hat, was zum Beispiel in der Bergpredigt steht: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen«. Ist uns das Reich Gottes zugefallen, das Liebe, Güte, Sanftmut, Friedfertigkeit, Gerechtigkeit, Güte und Barmherzigkeit ist? Wenn es uns nicht zugefallen ist, dann haben wir uns nicht nach dem Reich Gottes gesehnt und haben das nicht umgesetzt: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes«!


Christian:
Liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Freunde! Wenn ich diese Worte Gabrieles am Ende unseres Gesprächs mir vergegenwärtige, dann enthalten sie auch, trotz der schrecklichen Situation, in der wir uns befinden, einen großen Trost. Denn wir haben gehört, dass jeder einen Beitrag zum Frieden leisten kann, in seinem kleinen Bereich, in seinem größeren Bereich, dass Gott uns nahe ist, wenn wir uns Ihm wieder nähern. Und ich glaube, darüber sollten wir in dieser apokalyptischen Situation, in die die Welt nun geraten ist, besonders nachdenken und danach handeln.
 

Wohin führt der kriegerische Welt-Terror?

 

Und abermals krähte der Hahn...
Die Verleugnung der Lehre des Jesus, des Christus

Eine weitere Sondersendung der kleinen Gesprächsrunde im Universellen Leben

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